Jeden Januar verwandelt sich Solothurn. Die Bars bleiben bis tief in die Nacht offen, die Gassen füllen sich mit Filmschaffenden aus der ganzen Schweiz, in den Kinos sitzen Regisseurinnen neben Primarschülerinnen, und auf dem roten Teppich in der Rhythalle zeigt die Schweizer Filmbranche Gesicht. Die Solothurner Filmtage sind das bedeutendste Filmfestival für den Schweizer Film und gleichzeitig das grösste Kulturereignis der Region. Über 65’000 Eintritte pro Jahr, der Prix de Soleure als einer der bedeutendsten Kulturpreise der Schweiz, und eine Geschichte, die 1966 mit ein paar filmverrückten Solothurnern begann.
Auf einen Blick
Inhaltsverzeichnis
| Veranstaltung | Solothurner Filmtage (Journées de Soleure) |
| Datum | Letzte Januarwoche, 8 Tage |
| Nächste Ausgabe | 62. Solothurner Filmtage, Januar 2027 |
| Letzte Ausgabe | 61. Filmtage, 21. bis 28. Januar 2026 |
| Eintritte pro Jahr | über 65’000 |
| Trägerschaft | Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF), gegr. 1967 |
| Hauptsponsor | Swiss Life |
| Hauptmedienpartner | SRG SSR |
| Website | solothurnerfilmtage.ch |
| Adresse Büro | Untere Steingrubenstrasse 19, 4500 Solothurn |
| Telefon | +41 32 625 80 80 |
| info@solothurnerfilmtage.ch |
Die Gründungsgeschichte: ein Wochenende, das alles veränderte
Im Frühjahr 1965 sass das Komitee der Filmgilde Solothurn zusammen und plante die nächste Saison. Die Filmgilde war ein aussergewöhnlicher Verein: über 1000 Mitglieder in einer kleinen Kantonalhauptstadt, eine der grössten Filmclubs der Schweiz. Ihr Präsident, ein gewisser Paul Schmid, machte einen ungewöhnlichen Vorschlag: Man solle sich diesmal nicht nur um das eigene Programm kümmern, sondern sich eingehend mit dem Jungen Schweizer Film beschäftigen. Eine Tagung. In Solothurn. Über den Schweizer Film.
Der Zeitpunkt war nicht zufällig. Die Schweizer Filmlandschaft der frühen 1960er Jahre war in einem desolaten Zustand. 1964 stammten 99,8 Prozent aller in der Schweiz gezeigten Spielfilme aus dem Ausland. Die Schweiz war, wie es eine Stimme der Zeit nannte, ein «filmkolonialisiertes Land». Aus England kam das Free Cinema, aus Frankreich die Nouvelle Vague, aus Deutschland der Junge Deutsche Film. Und die Schweiz? Der einst populäre Heimatfilm lag längst brach. Junges, nonkonformes Filmschaffen fand kaum Anerkennung, kaum Öffentlichkeit, kaum Geld.
Paul Schmid kontaktierte den Filmschaffenden Dr. Alexander J. Seiler und andere Mitstreiter. Man lud ein. Breit, über alle Sprachregionen hinweg. Journalisten, Filmemacher, Kritikerinnen, Filmclubs aus der ganzen Schweiz. Für das Ehrenpatronat wurde der sozialdemokratische Bundesrat Tschudi gewonnen. Am 4. und 5. Februar 1966 fand die erste Tagung der Filmgilde Solothurn statt, unter dem Titel «Schweizer Film heute».
Es war ein Wochenende. Es wurden 28 Filme gezeigt und anschliessend öffentlich diskutiert. Das Budget war knapp, die Organisation rudimentär, die Resonanz trotzdem enorm. Peter Bichsel hielt im Restaurant Chutz sein legendäres Kurzreferat «Kino» und plädierte für den Trivialfilm. Der Arzt und Filmfan Urs Reinhart rief seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern zu: «Belehrt uns nicht mehr! Wir stehen im Jahr Null des Schweizer Films.» Es lagen mehr Reden als Filme vor. Und doch war klar: Hier war etwas entstanden. Ein Ort, an dem der Schweizer Film sich selbst begegnen konnte.
Die erste Ausgabe schloss mit einem finanziellen Minus. Die deutsche Fachzeitschrift «film-echo/Filmwoche» kommentierte: «Ein Kind steckt notwendigerweise in Kinderschuhen.» Und wünschte den Organisatoren, dass sie den Mut nicht aufgeben. Sie gaben ihn nicht auf.
Stephan Portmann: der Macher der ersten 22 Jahre
Aus der ersten Tagung wurde eine zweite, aus der zweiten eine dritte. 1967 gründete sich die Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF) als Trägerverein. Und mit ihr begann die Ära des Mannes, den der Filmemacher Fredi M. Murer später als «falstaffhaften Medienprofessor» beschrieb: Stephan Portmann war der eigentliche Guru und Faktotum der frühen Filmtage. Während 22 Jahren hielt er das Zepter fest in der Hand und prägte die Filmtage mit seiner «gravitätischen Kommunikationsenergie». Er war es, der aus dem improvisierten Wochenende eine Institution machte, die aus der Schweizer Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken war.
Die Filmtage der frühen Jahre waren ein Aufbruch, aber auch ein Zankapfel. Leserbriefen und Rundschreiben warnten vor den «filmischen Erneuerern» und dem «linken, subversivem Gesindel». 1972 qualifizierte die Solothurner Zeitung die Filmtage als Tummelplatz von Kräften, die auf die «Zerstörung unserer Gesellschaft» zielten. Nach den Zürcher Jugendunruhen von 1980 wurden in einer Filmtagennacht die Gassen der Altstadt flächendeckend mit Sprayereien versehen. Ein Polizeileutnant erklärte die Filmtage zur Aufheizung der Situation. Die Stadt war polarisiert.
Und doch setzte sich das Festival durch. Es hatte etwas, das kein anderer Anlass in der Schweiz bieten konnte: eine Plattform für den Schweizer Film ohne Zulassungsbeschränkungen. Einen Ort der Begegnung zwischen Filmschaffenden und Publikum. Eine Landsgemeinde der Branche, wie es in der Szene hiess.
Die wichtigsten Direktoren der Filmtage
In über 60 Jahren gab es nur vier Festivaldirektoren. Eine Kontinuität, die für die Stabilität und das klare Profil des Festivals steht.
Stephan Portmann (1967 bis 1987) war der Gründungsdirektor, der das Festival etablierte und über zwei Jahrzehnte prägte. Ivo Kummer übernahm 1987 und führte die Filmtage bis 2011, als er zum Bundesamt für Kultur wechselte und die Leitung der Sektion Film übernahm. Seraina Rohrer trat 2011 als seine Nachfolgerin an und stand dem Festival bis 2025 vor. Unter ihrer Ägide wuchsen die Filmtage auf die heutige Grösse, entwickelten das Branchenprogramm SO PRO und öffneten sich für neue Formate. Seit 2025 leitet Giona A. Nazzaro das Festival.
Vom Kino Scala zur Rythalle: wie die Filmtage gewachsen sind
In den ersten Jahren fanden die Filmtage im Kino Scala statt, dem kulturellen Herz des frühen Festivals. Später wurde auch das Kino Palace zu einer Spielstätte und ist bis heute eine der wichtigsten. Rund 460 Filme mit über 217 Stunden Projektionsdauer flimmerten in den ersten neun Jahren über Solothurns Leinwände.
Mit dem Wachstum kamen neue Spielstätten. Der Konzertsaal an der Unteren Steingrubenstrasse wurde für grosse Vorstellungen und Eröffnungsabende zur zentralen Bühne. Die Rythalle direkt am Bahnhof wurde zum Festivalzentrum mit rotem Teppich, Eröffnungsfeier und grossem Saal. Der Uferbau am Ritterquai, heute bekannt als Standort des Kino im Uferbau, wurde zum Festival-Club und zur Afterparty-Location. Die Druckerei Solothurn ergänzt das Nachtprogramm als Bar und Konzertlocation.
Heute spielen an den Filmtagen neun Spielstätten zusammen: Kino Palace, Kino Capitol, Kino Canva, Kino Canva Blue, Kino Canva Club, Kino im Uferbau, Rythalle, Konzertsaal und weitere Sonderlocations. Das gesamte Kinoangebot der Region ist für eine Woche im Januar Teil des Festivals.
Wie die Filmtage funktionieren
Die Solothurner Filmtage dauern acht Tage, immer in der letzten Januarwoche, von Mittwoch bis Mittwoch. Sie sind gleichzeitig Publikumsfestival und Branchentreffpunkt. Das Programm gliedert sich in mehrere Sektionen.
Panorama Schweiz
Das Herzstück des Festivals: eine kuratierte Auswahl aktueller Schweizer Produktionen aus allen Sprachregionen, allen Genres und Längen. Spiel-, Dokumentar-, Experimental-, Kurz- und Animationsfilme sowie Musikclips aus der laufenden Schweizer Filmproduktion. Keine Jury, keine Preise im klassischen Sinne, sondern eine Werkschau ohne harte Zulassungsschranken.
Rencontre
Jedes Jahr würdigt die «Rencontre» eine prägende Persönlichkeit des Schweizer Films, die auf ein bedeutendes und umfangreiches Werk zurückblicken kann. Ausgewählte Werke werden gezeigt, die Person ist persönlich anwesend und diskutiert mit dem Publikum. 2026 war die Genfer Filmemacherin Edna Politi Ehrengast, deren Nahost-Trilogie für die Festivalausgabe digitalisiert wurde.
Fokus
Seit 2012 präsentiert der «Fokus» einen Themenschwerpunkt mit Schweizer und internationalen Filmen. Er richtet den Blick auf die aktuelle audiovisuelle Landschaft, entdeckt neue Erzählweisen und Produktionsformen. Panels und Workshops begleiten die Filmvorführungen.
Histoires und Retrospektive
Die jährliche Retrospektive beleuchtet ein Kapitel der Schweizer Filmgeschichte im Zusammenhang mit internationalem Filmschaffen. 2026 erforschte «Downtown New York» die enge Verbindung zwischen dem Schweizer Kino und der New Yorker Szene der 1970er bis 1990er Jahre.
SO PRO: die Branchenplattform
Seit 2024 bündelt SO PRO das Branchenangebot des Festivals. Das Stadttheater Solothurn wird von Donnerstag bis Samstag zum Treffpunkt der Filmbranche. Pitching-Sessions, Labs, Workshops, Podiumsdiskussionen und Netzwerkanlässe. 2026 präsentierten alle wichtigen Filminstitutionen der Schweiz ihre Initiativen. Das Migros-Kulturprozent Story Lab war Hauptpartner des Programms.
Tickets, Pässe und Reservationen
Einzeltickets können online auf solothurnerfilmtage.ch oder über die Festival-App erworben werden. Wer mehrere Vorstellungen besuchen möchte, greift zu Tages- oder Wochenpässen. Inhaber eines Passes müssen sich für jede Vorstellung zusätzlich reservieren. Reservationen sind ab dem Vortag der Vorstellung ab 8.30 Uhr möglich, online oder über die App. Nicht eingelöste Reservationen verfallen zehn Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Solothurner Filmtage sind Partner der STUcard (33% auf den Normalpreis) und der KulturLegi (50% auf den Normalpreis).
Die Preise der Filmtage
Prix de Soleure
Der wichtigste Preis der Filmtage, dotiert mit 60’000 Franken, gilt als einer der bedeutendsten Kulturpreise der Schweiz. Er ehrt einen herausragenden Schweizer Kinofilm mit einem ausgeprägten humanistischen Gehalt. Eine jährlich neu zusammengesetzte Jury bestimmt den Gewinner aus fünf bis zehn nominierten Filmen.
Prix du Public
Das Publikum stimmt über seinen Lieblingsfilm aus dem Abendprogramm ab. Der Prix du Public ist mit 20’000 Franken dotiert und wird von den Hauptsponsoren Swiss Life und der Schweizerischen Post gemeinsam mit den Filmtagen vergeben.
Prix Swissperform
Der Schauspielpreis der Filmtage ehrt herausragende Leistungen vor der Kamera. 2026 wurde Irène Jacob als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Prix d’honneur
Ein Ehrenpreis für Persönlichkeiten, die sich ausserordentlich um den Schweizer Film verdient gemacht haben. 2026 erhielt ihn Filmkritiker Michael Sennhauser, der sich seit über 30 Jahren für die kulturelle Bedeutung des Films einsetzt.
Upcoming-Preise
Seit 2012 gibt es im Nachwuchsprogramm «Upcoming» mehrere Preise, darunter den Newcomer-Preis für den besten Kurzfilm (15’000 Franken, gestiftet von SUISSIMAGE/SSA) und den Publikumspreis für den besten Animationsfilm (10’000 Franken).
Spielstätten und Orte während der Filmtage
Die Filmtage verwandeln die Solothurner Innenstadt in ein Festival-Gelände. Die Spielstätten verteilen sich auf die ganze Altstadt und darüber hinaus.
Kinos
Alle aktiven Kinos der Region sind Spielstätten der Filmtage: Kino Palace (Hauptgasse 57, traditionell für die «Rencontre»), Kino Capitol (Berntorstrasse 18), Kino Canva mit Canva Blue und Canva Club (Luzernstrasse 7, Zuchwil) sowie Kino im Uferbau (Ritterquai 10). In diesen Häusern gilt bei den Filmtagen freie Platzwahl.
Rythalle
Die Rythalle in Bahnhofsnähe, ist das Herz des Festivals: Hier findet die Eröffnungsfeier mit rotem Teppich statt, hier werden grosse Vorstellungen mit nummerierten Plätzen gezeigt. 2026 eröffnete Bundesrätin und Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider das Festival in der Rythalle.
Konzertsaal
Der Konzertsaal an der Unteren Steingrubenstrasse 1 ist eine der grossen Spielstätten für besondere Vorstellungen und Sonderveranstaltungen. Auch Konzerte und Live-Events werden hier durchgeführt. 2026 spielte das Jugend-Sinfonieorchester Aargau nach einer Filmvorführung live im Konzertsaal.
Stadttheater
Das Stadttheater Solothurn ist während der Filmtage die Heimat von SO PRO, der Branchenplattform. Donnerstag bis Samstag finden hier Pitchings, Panels, Workshops und Netzwerkanlässe für die Filmbranche statt.
Uferbau und Festival-Club
Der Uferbau am Ritterquai ist während der Filmtage nicht nur Kino, sondern auch Festival-Club. Abendliche Konzerte, Afterpartys und kulturelle Zwischenanlässe finden hier statt. Die Nächte der Filmtage verbringen viele Festivalbesucherinnen und -besucher im Uferbau, an Ort und Stelle nach dem letzten Film des Abends.
Druckerei Solothurn
Die Druckerei Solothurn ist die Bar und Konzertlocation für die Festivalnächte. Live-Shows, elektronische Musik, Partys: Die Druckerei ist der Ort, wo die Filmtage die Nacht feiern.
Kunstmuseum Solothurn
Das Kunstmuseum am Werkhofplatz ist regelmässiger Partner der Filmtage. 2026 zeigte es in Kooperation eine Ausstellung mit bedeutenden Werken der Schweizer Videokunst, von Künstlerinnen und Künstlern, die auch die Geschichte der Filmtage mitgeprägt haben: Véronique Goël, Reinhard Manz, Emmanuelle Antille, Werner von Mutzenbecher und Pipilotti Rist. Die Ausstellung war von Januar bis Mai 2026 zu sehen.
Restaurants, Beizen und das Gesellige
Die Solothurner Filmtage sind nicht nur ein Kinofestival. Sie sind ein gesellschaftliches Ereignis, das die Stadt für eine Woche auf den Kopf stellt. Peter Bichsel brachte es auf den Punkt: Unvergessliche Momente der Filmtage fanden nicht im Kino statt, sondern im Restaurant «Chutz», am Stammtisch, in der Nacht. Das «Kreuz», in dem sich Filmgeister rund um die Uhr trafen, ist legendär in der Geschichte des Festivals.
Für Besucherinnen und Besucher gilt während der Filmtage: Einfach loslaufen. Solothurn ist bekannt für seine Beizen, und in der Festivalwoche sind sie bis tief in die Nacht geöffnet. Zwischen den Vorstellungen, nach dem letzten Film, vor dem Frühstück nach einer Filmnacht: Die Gastronomie ist Teil des Festival-Erlebnisses.
Das Solheure im Uferbau direkt an der Aare, der Landhausquai als Flaniermeile, die Altstadt-Beizen rund um den Marktplatz: Solothurn bietet in der Festivalwoche eine Dichte an gastronomischen Momenten, die man so nur im Januar findet. Hotels sind während der Filmtage stark ausgelastet, eine frühzeitige Buchung ist empfehlenswert. Wer abends zurückreist: Solothurn liegt an guten Bahnverbindungen, Bern ist in rund 35 Minuten, Zürich in rund 75 Minuten erreichbar. Am Freitag und Samstag verkehren Nachtbusse nach Bern und Biel.
Partner und Sponsoren
Die Solothurner Filmtage werden von einem breiten Netz aus öffentlicher Hand und privaten Partnern getragen.
Swiss Life ist die langjährige Hauptsponsorin der Filmtage. SRG SSR ist Hauptmedienpartnerin und sorgt für eine breite Berichterstattung über das Festival in allen Sprachregionen der Schweiz. Suissimage und SUISA sind wichtige Branchenpartner und Stifter von Preisen. Das Migros-Kulturprozent ist als Story Lab Hauptpartner des Branchenprogramms SO PRO. Die öffentliche Hand unterstützt die Filmtage über die Kulturförderung des Bundes, des Kantons Solothurn und der Stadt Solothurn. Das Schweizerische Filmarchiv, Swissfilms und weitere Filminstitutionen sind regelmässige Partner.
Die Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF) als Trägerverein hat rund 580 Mitglieder und ist politisch und konfessionell neutral. Die Auswahlkommission für das Programm umfasst vier Vertreter der Filmtage und vier externe Expertinnen und Experten aus der Filmbranche aller vier Sprachregionen.
Was die Filmtage für die Schweiz bedeuten
Bundesrat Alain Berset formulierte es 2015 zum 50-Jahr-Jubiläum: «Wer die Geschichte der Solothurner Filmtage kennt, versteht die Schweiz.» Das ist kein leeres Wort. Die Filme, die seit 1966 in Solothurn gezeigt wurden, sind ein Spiegel der Schweizer Gesellschaft: «Siamo italiani» über die Gastarbeiter, «Züri brännt» über die Jugendunruhen, «Charles mort ou vif» über die individuelle Identitätskrise, «Grounding» über den Fall der Swissair. Das Kino als Seismograf des Landes.
Für die Filmbranche der Schweiz sind die Filmtage mehr als ein Festival. Sie sind der Ort, an dem Filme ihre Erstauführung erleben, Projekte gepitcht werden, Förderentscheide öffentlich werden und die Branche ihr gemeinsames Gesicht zeigt. Ohne die Filmtage wäre der Schweizer Film heute ein anderer.
Aktuelle Situation: die 61. und 62. Filmtage
Die 61. Solothurner Filmtage fanden vom 21. bis 28. Januar 2026 statt. Eröffnungsfilm, roter Teppich in der Rythalle, Ehrengast Edna Politi aus Genf mit ihrer digitalisierten Nahost-Trilogie. Bundesrätin und Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider eröffnete das Festival. Der Prix d’honneur ging an Filmkritiker Michael Sennhauser, der Prix Swissperform an Irène Jacob als beste Hauptdarstellerin in «Intraçables».
Die 62. Solothurner Filmtage finden im Januar 2027 statt. Aktuellste Informationen und Programmankündigungen direkt auf solothurnerfilmtage.ch. Für Akkreditierungen und Medienanfragen: info@solothurnerfilmtage.ch, +41 32 625 80 80.
Tipps für deinen Filmtage-Besuch
Tickets frühzeitig sichern: Beliebte Vorstellungen sind schnell ausverkauft. Tages- und Wochenpässe lassen sich im Voraus kaufen, einzelne Vorstellungen täglich ab 8.30 Uhr reservieren.
Hotel früh buchen: Während der Filmtage ist Solothurn stark ausgelastet. Alternativ: Tagesausflug von Bern (35 Min.), Zürich (75 Min.) oder Basel (60 Min.).
Stadtplan der Spielstätten laden: Auf solothurnerfilmtage.ch gibt es einen digitalen Stadtplan mit allen Spielstätten. Die Distanzen sind kurz, alle wichtigen Orte sind zu Fuss erreichbar.
Den Abend planen: Zwischen zwei Vorstellungen eine Stunde Zeit einplanen. Solothurn hat genug Beizen, um auch kurze Pausen zu geniessen.
Nachtprogramm nicht verpassen: Der Festival-Club im Uferbau und die Druckerei Solothurn bieten Konzerte und Afterpartys, die das Kino-Erlebnis um eine ganz andere Dimension erweitern.
Parken: Das nächste Parkhaus zur Rythalle ist das Parkhaus Baseltor. Für die Kinos in der Innenstadt eignen sich Parkhaus Bieltor und Parkhaus Berntor.
Alle Kinos der Filmtage auf solothurn-news.ch
- Kino Palace Solothurn
- Kino Capitol Solothurn
- Kino Canva, Canva Blue und Canva Club
- Kino im Uferbau Solothurn
- Kino Solothurn: Die Übersicht
Quellen: solothurnerfilmtage.ch | Wikipedia Solothurner Filmtage | cinemabuch.ch | SRF Kultur | Solothurner Zeitung | fredi-murer.ch | Rede Bundesrat Berset 2015 | solothurn-city.ch

