Solheure Solothurn: Bar & Restaurant im ehemaligen Schlachthaus

Es gibt Orte, die eine Stadt verändern. Das Solheure am Ritterquai ist so ein Ort. Wo einst Tiere geschlachtet wurden, wo später Stadttheater-Kulissen verstaubten und Tierkadaver entsorgt wurden, zelebriert man heute das Leben – mit einem Kaffee am Morgen, einem Mittagsmenü, einem Feierabendbier an der langen Bar oder einer Partynacht bis in die frühen Stunden. Der Slogan des Hauses bringt es auf den Punkt: «Wo’s einst vor allem um das Ende gegangen ist, zelebrieren wir heute das Leben.»

Das Solheure ist Bar, Restaurant, Lounge, Eventlocation und Seminarraum in einem – und für viele Solothurnerinnen und Solothurner schlicht: der Treffpunkt an der Aare.

🏚️ Das Gebäude: Vom Schlachthaus zum Szenelokal

Die Geschichte des Gebäudes reicht tief. Der Uferbau am Ritterquai 10 ist das ehemalige städtische Schlachthaus Solothurns – und gleichzeitig ein ehemaliges Getreidelager. Beim Umbau um die Jahrtausendwende kamen bei archäologischen Untersuchungen mittelalterliche Stadtmauern, Uferbefestigungen und Mauerreste aus verschiedenen Epochen zum Vorschein: Das Gebäude steht auf einem historisch bedeutsamen Stück der südöstlichen Altstadt, wo einst die mittelalterliche Stadtmauer auf die barocke Schanze und das Aareufer traf.

Jahrzehntelang fristeten Schlachthaus und Ballenhaus ein trauriges Dasein als Lagerstätte: Das Naturmuseum deponierte dort Versteinerungen, das Stadttheater seine Bühnenbilder. Die Südseite des Gebäudes, direkt an der Aare, war vollständig überwuchert. Niemand nahm gross Notiz davon – bis zu jenem 1. August, an dem Martin Volkart von der Genossenschaft Baseltor sich einschlich, um das Feuerwerk besser zu sehen. Er realisierte, wie aussergewöhnlich dieser Ort war – und setzte damit eine Entwicklung in Gang, die das Solothurner Aareufer für immer verändern sollte.

🕰️ 1998: Die Revolution am Aarestrand

Am 16. Juni 1998 eröffnete Franz Herger mit einem Team der Genossenschaft Baseltor auf der Südseite des seit zehn Jahren ungenutzten Schlachthauses ein provisorisches Beizli für rund 50 Gäste. Der Name war Programm: SolHeure – eine Anspielung auf «sol» (Sonne), «heure» (Stunde, franz.) und natürlich auf Solothurn selbst. Die kleine Saisonbar entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zur beliebten Sommerdestination für ein bunt gemischtes Ufer-Völklein.

Das Provisorium hielt drei Saisonen – und erhöhte gleichzeitig den politischen Druck auf die Stadt, ihr Schlachthaus endlich einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Mit Erfolg: Um die Jahrtausendwende erhielt die Ballenhaus AG unter Architekt Guido Kummer und Unternehmer Jürg A. Pfluger den Zuschlag für das Gebäude. Das alte Schlachthaus, jetzt unter dem Namen «Uferbau», wurde umfassend saniert und umgebaut – in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege.

🎉 2002: Eröffnung des neuen Solheure

Ab Herbst 2001 investierte die Genossenschaft Baseltor eine Million Franken in das «Filetstück» des Uferbaus – den mittleren Teil des Gebäudes mit direktem Gartenzugang zur Aare. Im Mai 2002 öffnete das neue Solheure seine Türen. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen: Franz Herger erinnert sich schlicht an «Chaos» – im positivsten Sinne. Das Lokal wurde sofort überrannt.

Die Bedeutung für die Stadt ist kaum zu überschätzen. Das Solheure war die erste Bar an der Aare in Solothurn – und hat damit ein ganzes Aareufer zum Leben erweckt. Auswärtige Besucher, die heute am Fluss entlangschlendern, staunen und fühlen sich wie in den Ferien. Was selbstverständlich wirkt, war 2002 noch eine kühne Vision.

Der Umbau des Uferbaus erhielt 2021 sogar einen Spezialpreis von ICOMOS Schweiz (Internationaler Rat für Denkmäler und historische Stätten) – eine Anerkennung für die gelungene Verbindung von Denkmalschutz und zeitgenössischer Nutzung.

🏛️ Die Genossenschaft Baseltor: Solothurns wichtigste Gastro-Kraft

Hinter dem Solheure steckt eine der bemerkenswertesten Gastro-Geschichten der Schweiz. Die Genossenschaft Baseltor wurde 1978 gegründet – im Geist der 68er-Bewegung, basisdemokratisch, mit gleichem Lohn für alle. Erster Präsident war der Solothurner Künstler Schang Hutter. Die Pioniere eröffneten das Restaurant Löwen an der Schaalgasse und wollten nicht nur Beiz sein, sondern Treffpunkt für Kreative, Raum für Kultur und gesellschaftliche Veränderung.

Heute, fast fünf Jahrzehnte später, führt die Genossenschaft sechs Gastrobetriebe in historischen Gebäuden der Altstadt, beschäftigt rund 120 Mitarbeitende, bildet 15 Lernende aus und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von fast 15 Millionen Franken. Die Gewinne kommen den Mitarbeitenden zugute und fliessen in die Weiterentwicklung der Betriebe – ein Modell, das in der Schweizer Gastronomie seinesgleichen sucht.

  • Restaurant Hotel Baseltor – Slow Food bei der Kathedrale
  • Solheure – Bar, Restaurant & Lounge an der Aare
  • Restaurant Salzhaus – innovatives Fine Dining in 300-jährigen Mauern
  • La Couronne – 4-Stern Boutiquehotel mit Restaurant & Bar à vin
  • Viktor – Cafébar und Take-out am Marktplatz
  • HOCH3 Catering – Event-Caterer

🍽️ Was bietet das Solheure heute?

Das Solheure ist bewusst kein klassisches Restaurant und keine gewöhnliche Bar – es ist beides und noch mehr. Das Angebot zieht sich durch den ganzen Tag.

☕ Morgens & Mittags

Ab 11:30 Uhr startet die Küche. Die offene Küche gehört zum Konzept. Auf der Karte stehen wöchentlich wechselnde Weekly Specials, hausgemachte Burger, knackige Salate, Wraps und Snacks für den kleinen Hunger. Am Nachmittag locken frisch gebackene Kuchen, Cookies und Sablés.

🥂 Apéro & Abend

Die vielseitigen Apéro-Plättli gelten als perfekter Einstieg in den Feierabend. Dazu knusprige Flammkuchen, frisch gerollte Wraps und weitere Leckereien aus der offenen Küche. Die Getränkekarte bietet kühles Bier, erlesene Weine und eine breite Cocktailauswahl. Die 18 Meter lange Innenbar ist seit der Eröffnung 2002 eines der prägenden Elemente des Lokals – im Sommer ergänzt durch die grosszügige Aussenbar und den Garten direkt an der Aare.

🎶 Events & Besonderes

Das Solheure ist auch als Eventlocation bekannt. Im Sommer finden unter dem Titel Summerjam Konzerte draussen am Fluss statt. Regelmässig gibt es spezielle Abende wie das Cinema Dinner («Eat the Film»), bei dem Gerichte aus Kinofilmen frisch gekocht und direkt am Platz serviert werden – Tickets sind jeweils schnell vergriffen. Dazu kommen Partys, Brunches («Around the World»), Silvester-Events und während der Solothurner Filmtage im Januar fungiert das Solheure als inoffizielles Festivalzentrum mit durchgehend warmer Küche und verlängerten Öffnungszeiten bis in die Nacht.

🕙 Öffnungszeiten Solheure

WochentagÖffnungszeiten
Montag17:00 bis 23:30 Uhr
Dienstag11:30 bis 00:30 Uhr
Mittwoch11:30 bis 00:30 Uhr
Donnerstag11:30 bis 00:30 Uhr
Freitag11:30 bis 02:00 Uhr
Samstag11:30 bis 02:00 Uhr
Sonntag14:00 bis 23:30 Uhr

Aktuelle Öffnungszeiten, Eventdaten und spontane Änderungen am besten direkt auf solheure.ch oder auf Instagram unter @solheure_bar verfolgen.

🏢 Der Uferbau: Mehr als nur das Solheure

Das Solheure ist nur ein Teil des grösseren Uferbau-Ensembles am Ritterquai. Das ehemalige Schlachthaus beherbergt heute mehrere Nutzungen unter einem Dach:

  • Solheure (Ritterquai 10): Bar, Restaurant & Lounge im Mittelteil des Gebäudes
  • Kulturraum Uferbau / Kino Uferbau (Ritterquai 8): multifunktionaler Saal, der u.a. als Arthouse-Kino (So–Mi) genutzt wird
  • Coworking Uferbau: moderner Arbeitsraum direkt an der Aare
  • Seminar- & Meetingräume: vier unterschiedliche Räume mit Aaresicht in den Obergeschossen

Das gesamte Ensemble ist heute ein Anker des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Solothurn – und zugleich ein Lehrstück für gelungene Denkmalpflege und Stadtentwicklung.

📍 Standort & Anreise

Adresse: Ritterquai 10, 4500 Solothurn
Telefon: 032 637 03 03

Das Solheure liegt direkt am Aareufer auf der Südseite der Altstadt. Eine Treppe führt von der Kreuzackerbrücke hinunter zur Aare – nach wenigen Metern steht man bereits an der langen Aussenbar.

  • Zu Fuss: ca. 5–7 Minuten vom Hauptbahnhof Solothurn
  • Parkhaus: Parkhaus Baseltor, ca. 5 Gehminuten entfernt
  • Innen: 80 Sitzplätze | Aussen: 60 Sitzplätze

❓ Häufige Fragen

Was ist das Solheure in Solothurn?

Das Solheure ist eine Bar, ein Restaurant, eine Lounge und eine Eventlocation direkt an der Aare in Solothurn. Es befindet sich im ehemaligen städtischen Schlachthaus (Uferbau) am Ritterquai und wird von der Genossenschaft Baseltor betrieben.

Seit wann gibt es das Solheure?

Die erste Version als provisorische Saisonbar eröffnete am 16. Juni 1998. Das heutige Solheure im sanierten Uferbau wurde im Mai 2002 eröffnet und gehört seither zu den bekanntesten Gastro-Adressen der Region.

Was bedeutet der Name «Solheure»?

Der Name vereint mehrere Bedeutungsebenen: «sol» (Sonne/Boden), «heure» (Stunde, franz.) und natürlich «Sol-othurn» – die glückliche Stunde an der Sonne, mitten in Solothurn.

Wer betreibt das Solheure?

Das Solheure wird von der Genossenschaft Baseltor betrieben, einer 1978 gegründeten Solothurner Gastro-Genossenschaft, die insgesamt sechs Betriebe in historischen Gebäuden der Altstadt führt.

Gibt es beim Solheure auch Events?

Ja, das Solheure ist für sein vielseitiges Eventprogramm bekannt: Summerjam-Konzerte, Cinema Dinner-Abende, Silvesterpartys, Brunches und vieles mehr. Während der Solothurner Filmtage im Januar ist das Solheure das zentrale Festivallokal der Stadt.

Alle Angaben ohne Gewähr: aktuelle Infos, Öffnungszeiten und Eventdaten direkt unter solheure.ch oder auf Instagram: @solheure_bar

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