Die Zahl 11 in Solothurn: Geschichte, Mythos & Magie der Öufi

Es gibt Städte, die haben ein Wahrzeichen. Solothurn hat eine Zahl. Die Elf, auf Solothurnisch «Öufi», durchzieht diese Stadt wie ein unsichtbarer Faden, der sich durch zweitausend Jahre Geschichte spinnt. Man findet sie in der Kathedrale und auf der Bierflasche, in der Fasnachtstradition und im Yoga-Studio, auf dem Brunnen und an der Uhr, die nur elf Stunden kennt. Kein Solothurner weiss genau, warum das so ist. Und genau darin liegt der Zauber.

Die Verbundenheit der Stadt mit der Zahl 11 ist so aussergewöhnlich, dass sie im Jahr 2018 offiziell in die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz aufgenommen wurde, das Bundesamt für Kultur anerkannte damit, dass die Solothurner Elf kein Marketing-Trick ist, sondern eine authentische, seit Jahrhunderten gepflegte Stadtidentität.

🔢 «Niemand kann sagen, warum»: Das ehrlichste Eingeständnis

Bevor wir in die Geschichte eintauchen, muss man das wichtigste sagen: Niemand in Solothurn kann wirklich erklären, woher die Elf kommt.

Swissinfo.ch brachte es 2025 auf den Punkt: «Niemand in Solothurn kann sagen, warum die Zahl 11 so wichtig ist, niemand kann ihre Herkunft erklären. Und doch wird diese Zahl auch heute noch verwendet und gefeiert.» Stadtführerin Maya von Gunten sagt dazu nüchtern: «Alle alten Städte haben eine mystische Zahl.» Und Marie-Christine Egger, eine der besten Kennerinnen der Stadtgeschichte, fügt hinzu: «Auf die 11 Zünfte folgten 11 Alträte, daraufhin 22 Jungräte, 33 Kleinräte, 66 Grossräte — und dann nahm der Solothurner Elferfokus zunehmend eine Eigendynamik an, bis zur spielerisch-kreativen Auslegung.»

Die Zahl ist also ein Zusammenspiel aus echten historischen Zufällen, bewusster Pflege über Jahrhunderte und zunehmender Vergnügung an sich selbst. Ein Schneeballsystem der Stadtidentität und ein ausserordentlich erfolgreicher.

🏛️ Die Ursprungslegende: Urs, Viktor und die 11. Thebäische Legion

Jede gute Geschichte beginnt mit einer Legende und die Solothurner Elf macht da keine Ausnahme. Die früheste und tiefste Wurzel der Zahl liegt in der Geschichte der Stadtheiligen Urs und Viktor.

Der Legende nach dienten Urs und Viktor im 3. Jahrhundert n. Chr. in der 11. Thebäischen Legion des römischen Kaiserreichs, jener Legion, die bei Agaunum (heute St-Maurice im Wallis) auf Befehl von Kaiser Maximian massakriert wurde, weil sie sich weigerte, Christen zu töten. Urs und Viktor entkamen dem Massaker, flohen in das römische Salodurum, das heutige Solothurn, wurden dort als Christen erkannt und enthauptet. Seitdem sind sie die Stadtheiligen Solothurns.

Die historische Wahrheit ist komplizierter: Bischof Eucherius von Lyon, der die Thebäische Legion im 4. Jahrhundert erstmals erwähnte, traute den Berichten über das Martyrium in Solothurn selbst nicht. Und der Solothurner Chronist Franz Haffner, der die Zahl 11 in seiner Chronik von 1666 gleich fünfzehnmal erwähnt, kannte die Geschichten nur vom Hörensagen. Archäologisch belegt ist lediglich, dass es um 440 n. Chr. in Solothurn eine christliche Gemeinde gab.

Dennoch: Die Elf war in der Stadtgeschichte etabliert, durch die Legende der Stadtheiligen, durch die Reliquien in der Kathedrale, durch die Wallfahrten. Dass die Legion die elfte war, hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, ob historisch korrekt oder nicht.

⚖️ Die politische Elf: 11 Zünfte, 11 Räte, 11 Vogteien

Die handfesteste historische Wurzel der Solothurner Elf liegt in der mittelalterlichen Stadtorganisation. Im 14. Jahrhundert gründeten die Solothurner Bürger genau 11 Handwerkszünfte. Diese 11 Zünfte stellten 11 Alträte, und damit war die Elf zur politischen Grundzahl der Stadt geworden.

Die Dynamik eskalierte: Auf 11 Alträte folgten 22 Jungräte, dann 33 Kleinräte, dann 66 Grossräte. Die Stadtregierung war in einem Vielfachen der Elf organisiert und das über Jahrhunderte. Diese politische Elfstruktur erklärt, warum so viele historische Institutionen Solothurns mit der Zahl verbunden sind:

  • 11 Zünfte: die Handwerkerzünfte des mittelalterlichen Solothurns
  • 11 Vogteien: zwischen 1344 und 1798 war der Kanton Solothurn in 11 Landvogteien aufgeteilt
  • 11 Domherren: das Domkapitel der Ursenkathedrale zählte 11 Mitglieder
  • 11 Kapläne: ebenfalls am Münster tätig

Die Elf war keine Erfindung: sie war die Grundstruktur der Stadtpolitik. Und weil sie so allgegenwärtig war, begannen die Solothurner, sie auch anderswo zu sehen.

🇨🇭 Der 11. Stand: eine historisch ungenaue, aber schöne Geschichte

Eine der beliebtesten Elfgeschichten Solothurns ist gleichzeitig die ungenaueste: «Solothurn ist der 11. Stand der Eidgenossenschaft.» Das stimmt und stimmt nicht gleichzeitig.

Tatsächlich trat Solothurn 1481 der Eidgenossenschaft bei, zusammen mit Freiburg, beim berühmten Vermittlungstreffen im Stans. In der damaligen Auflistung der Kantone erscheint Solothurn an zehnter Stelle (Freiburg trat gleichzeitig bei, wurde aber vorgereiht). In späteren Aufzählungen der acht alten Orte plus Freiburg und Solothurn steht Solothurn jedoch tatsächlich an elfter Stelle. Die genaue Zählung hängt davon ab, wie man auflistet.

Für die Solothurner ist das irrelevant. Die Geschichte vom elften Stand ist Teil der Stadtseele und sie fügt sich perfekt in das Bild: Eine Stadt, die bei jeder Gelegenheit die Elf findet.

⛪ Das Meisterwerk der Elf: Die St.-Ursenkathedrale

Der Höhepunkt der Solothurner Elfkultur ist ein Gebäude: die St.-Ursenkathedrale. Als Architekt Gaetano Matteo Pisoni aus Ascona 1762 den Auftrag erhielt, die neue Kathedrale zu bauen, war er laut Überlieferung so begeistert vom Solothurner Elfmythos, dass er die Kirche architektonisch vollständig auf die Zahl 11 abstimmte. Ob das vollständig stimmt oder teilweise Legende ist, das Ergebnis ist verblüffend:

  • 11 Altäre: alle gleichzeitig sichtbar, aber nur von einem einzigen Punkt im Hauptgang — dem elften schwarzen Stein auf dem Boden
  • 11 Glocken im Turm
  • 11 Jahre Bauzeit von 1762 bis 1773
  • 3 × 11 Stufen auf der Freitreppe (33 Stufen, in drei Abschnitte je 11 eingeteilt)
  • 11 Türen in der Kirche
  • Betstühle in Elferreihen angeordnet
  • Turm 66 Meter hoch 6 × 11 (wobei das metrische System zur Bauzeit noch nicht existierte, weshalb diese Zahl wohl nachträglich festgestellt wurde)
  • Die Anzahl der Orgelpfeifen ist durch 11 teilbar

Der elften schwarze Stein im Hauptgang der Kathedrale ist bis heute ein Pilgerziel für Elfbegeisterte: Man stellt sich darauf, dreht sich langsam und sieht tatsächlich alle elf Altäre. Ein architektonisches Kunststück, das durch die Elf möglich wurde.

🏙️ Die Elf im Stadtbild, was man sieht und was man sucht

Spaziert man durch die Solothurner Altstadt, begegnet man der Elf an jeder Ecke, wenn man weiss, wo man schauen muss:

11 historische Brunnen

Die elf historischen Figurenbrunnen der Altstadt sind die sichtbarste Manifestation der Zahl, auf dem Marktplatz, am Friedhofplatz, in der Hauptgasse, an der Gurzelngasse. Der Dornacher-Brunnen von 1930 wurde explizit von der St.-Margarithen-Bruderschaft gestiftet, um die Elfzahl zu vervollständigen. Dass die Zahl elf Brunnen dabei stetig gepflegt wird, zeigt sich: Als die Brunnen im Lauf der Jahrhunderte wanderten, umgebaut und erneuert wurden, blieb ihre Anzahl stets bei elf.

11 historische Türme

Die mittelalterliche Stadtbefestigung Solothurns hatte ursprünglich mehr Türme, doch mit dem Abbau der Befestigung ab dem 19. Jahrhundert sank die Zahl. Heute zählt Solothurn genau elf historische Türme, die das Stadtbild prägen: vom Zeitglockenturm (ältestes Bauwerk der Stadt, 13. Jh.) über den Bieltor-Turm bis zum Buristurm. Ob die Zahl elf ebenfalls bewusst gehalten wurde oder sich ergab, ist unklar, in Solothurn zählt man es gerne so.

11 Kirchen und Kapellen

Innerhalb der Stadtgrenzen zählt Solothurn elf Kirchen und Kapellen, von der Franziskanerkirche (1299, älteste Kirche der Stadt) über die Jesuitenkirche (1689) bis zur Reformierten Stadtkirche (1922–25). Auch hier gilt: Die genaue Zählung hängt davon ab, was man mitzählt. In Solothurn zählt man so, dass elf herauskommt.

11 Plätze

Elf Stadtplätze, vom Friedhofplatz bis zum Bahnhofplatz, bilden das Gerüst des öffentlichen Lebens. Auch hier: Die Zählung ist interpretationsfähig. In Solothurn interpretiert man sie so, dass elf herauskommt.

11 Museen

Heute lädt Solothurn mit genau 11 Museen zum Besuch ein — Kunstmuseum, Naturmuseum, Altes Zeughaus, Steinmuseum, Museum Blumenstein, Uhrenmuseum und weitere. Die Zahl variiert je nach Zählung, in Solothurn zählt man sie so, dass elf herauskommt.

🕚 Die Öufi-Uhr: Solothurn tickt anders

Das vielleicht charmanteste Einzelobjekt der Solothurner Elfkultur hängt an der Westfassade der UBS-Filiale am Amthausplatz 1: die Öufi-Uhr, auch «11i-Uhr» oder «Solothurner Uhr» genannt.

Ihr Zifferblatt zeigt nur 11 Stunden, kein 12, kein 1, kein 2. Die Uhr schlägt mit 11 Glocken das Solothurner Lied, und ein Harlekin schlägt die Stunden. Selbst einheimische Solothurnerinnen und Solothurner wissen oft nicht, dass es sie gibt, Stadtführerinnen machen sie zum Pflicht-Stopp bei ihren Elf-Führungen.

Die Uhr ist ein Symbol für die Spielfreude der Solothurner mit ihrer Zahl: Sie ist nicht historisch, nicht religiös, nicht politisch, sie ist einfach schräg, schön und typisch Solothurn.

🍺 Die Elf im Alltag: von Öufi-Bier bis öufi-yoga

Die Zahl 11 ist nicht nur in Stein und Geschichte, sie lebt im Alltag der Solothurner weiter:

Öufi-Bier

Die Öufi-Brauerei öffnete pünktlich am 11.11.2000 ihre Bierhahnen, Datum und Konzept zugleich. «Öufi» ist Solothurner Dialekt für Elf. Die Brauerei ist seither aus der Stadt kaum mehr wegzudenken und braut über 40 Bierspezialitäten. Das Öufi-Bier ist das lokale Identitätsgetränk, wer in einem Solothurner Restaurant ein Bier bestellt, trinkt Öufi.

Öufi-Boot

Das Öufi-Boot ist das einzige Schiff, das direkt durch die Stadt Solothurn fährt und alle drei Brücken unterquert. Es verbindet den Amthausplatz mit Altreu und Attisholz und trägt seinen Namen natürlich wegen der Zahl, die die Stadt prägt.

Öufi-Yoga

Das öufi-yoga Studio zeigt, wie tief die Elf in die Stadtidentität eingegraben ist: selbst ein Yoga-Studio benennt sich nach der magischen Zahl. Kein Marketing-Trick, sondern lokale Zugehörigkeit.

11-i Schokolade

Die 11-i Schokolade ist eine weitere lokale Süssigkeit, die den Elf-Mythos trägt. Die Suteria Chocolata am Kronenplatz, das Geburtshaus der Original Solothurner Torte, hat sie im Sortiment.

IMMO-11, 11i-Schränzer und mehr

Eine Immobilienfirma heisst IMMO-11. Eine Fasnachts-Kindergugge nennt sich 11i-Schränzer. In Inseraten aus den 1980er-Jahren finden sich Spaghetti-Festivals, die am 11.2. stattfinden, mit Verweis auf die Stadteilzahl. Und besondere Geburtstage werden in Solothurn beim 11., 22., 33., 44. Geburtstag speziell gefeiert.

Das Solothurner Bataillon

Das Infanterie-Bataillon 11 der Schweizer Armee, das «Solothurner Bataillon», trägt ebenfalls die Zahl. Es ging 2004 aus dem Infanterie-Regiment 11 hervor, das dem Kanton Solothurn zugewiesen war.

🎭 Die Elf in der Fasnacht

Die Solothurner Fasnacht beginnt nicht am 11.11., das wäre zu einfach. Sie beginnt am 13. Januar, dem Hilari-Tag, um 5:11 Uhr mit der Chesslete auf dem Friedhofplatz. Die Fasnacht hat ihre eigene Elflogik: Der grosse Umzug beginnt um 14:31 Uhr (11 + 3 + 1 = 15? Nein, aber die 31 kehrt die 13 um, und die 13 ist das Datum des Hilari-Tags). Für Elfbegeisterte findet sich überall eine Verbindung.

Die Fasnachtsumzüge führen durch die Stadt an 11 Standorten vorbei. Guggenmusiken treten in Gruppen von, wer hätte es gedacht, bevorzugt 11 Musikerinnen und Musikern auf. Und der Name «11i-Schränzer» der Kindergugge zeigt: Die Elf ist Fasnacht, und die Fasnacht ist Elf.

📚 Die Elf in der Wissenschaft: Eine lebendige Tradition

Die Solothurner Elfkultur ist so aussergewöhnlich, dass sie akademisches Interesse geweckt hat. Mehrere Bücher und Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit ihr:

  • Werner Berger: «Solothurn. Eine Stadt und ihre Zahl.» (1988, Neuauflage 2010), das Standardwerk zum Thema
  • Paul Ludwig Feser: «Das Büchlein von der ‹heiligen› Solothurner Zahl 11» (2001)
  • Melissa Dettling: «s’isch immer, s’isch immer e so gsi», Seminararbeit Universität Basel (2011)
  • Franz Haffner: «Der klein Solothurner Allgemeine Schaw-Platz» (1666), erste systematische Auflistung der Elfbezüge, 15 Erwähnungen

2018 nahm das Bundesamt für Kultur die «Zahl 11 in Solothurn» offiziell in die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz auf, gemeinsam mit Traditionen wie dem Basler Fasnachtsbrauch, dem Alpaufzug oder dem Jassen. Eine Stadtidentität, die als immaterielles Kulturerbe gilt.

🧐 Die ehrliche Gegenstimme: was wirklich stimmt und was Mythos ist

Wer die Solothurner Elf genauer betrachtet, stösst auf einige Mythen, die sich hartnäckig halten und die Wikipedia nüchtern korrigiert:

  • «Solothurn ist der 11. Kanton», Tatsächlich war Solothurn 1481 der zehnte Stand, nicht der elfte. Die Elf ergibt sich nur je nach Auflistungsweise.
  • «Der Kirchturm ist 6×11 Meter hoch», Das metrische System existierte zur Bauzeit der Kathedrale (1762–1773) noch nicht. Die 66 Meter sind eine nachträgliche Feststellung, keine Planung.
  • «11 Türme», Die mittelalterliche Befestigung hatte ursprünglich deutlich mehr Türme. Die heutige Zahl von elf ist das Ergebnis von Abrissen.
  • «11 Brunnen», es gibt deutlich mehr als elf Brunnen in Solothurn. Die elf sind die historischen Figurenbrunnen der Altstadt.

Diese Korrekturen tun dem Mythos keinen Abbruch. Im Gegenteil: Sie zeigen, wie eine Stadt über Jahrhunderte aktiv eine Zahl zu ihrer Identität gemacht hat, selektiv wahrnehmend, freudig übertreibend, lustvoll zählend. Das ist keine Lüge, das ist Stadtkultur.

🗺️ Alle 11 — eine Übersicht zum Entdecken

KategorieWas & Wo
11 historische BrunnenAltstadt — vollständige Serie auf dem Blog
11 PlätzeAltstadt und Vorstadt — vollständige Serie auf dem Blog
11 Glocken in der KathedraleSt.-Ursenkathedrale, Hauptgasse
11 Altäre in der KathedraleSt.-Ursenkathedrale — alle sichtbar vom elften schwarzen Stein
3 × 11 StufenFreitreppe der St.-Ursenkathedrale
11 Jahre BauzeitKathedrale 1762–1773
11 TürmeStadtbefestigung — Zeitglockenturm, Bieltor, Buristurm u.a.
11 Kirchen & KapellenVon Franziskanerkirche bis Reformierte Stadtkirche
11 MuseenKunstmuseum, Altes Zeughaus, Naturmuseum u.a.
11 ZünfteMittelalterliche Stadtgeschichte
11 VogteienKantonsgeschichte 1344–1798
Öufi-UhrAmthausplatz 1 — 11 Stunden Zifferblatt, schlägt Solothurner Lied
Öufi-BierÖufi-Brauerei Solothurn — eröffnet am 11.11.2000
Öufi-BootSchifffahrt durch die Stadt, unterquert alle drei Brücken
11i-SchokoladeSuteria Chocolata, Kronenplatz
öufi-yogaYoga-Studio in Solothurn
IMMO-11Immobilienfirma Solothurn
Infanterie-Bataillon 11«Solothurner Bataillon» der Schweizer Armee
11i-SchränzerFasnachts-Kindergugge
11. Stand der EidgenossenschaftBeitritt 1481 (je nach Zählung zehnter oder elfter)

🎟️ Die Themenführung zur Zahl 11

Solothurn Tourismus bietet eine offizielle Themenführung zur Zahl 11 an — ein Stadtspaziergang, der alle Elfbezüge von der Kathedrale bis zur Öufi-Uhr verbindet. Die Führung beginnt bei der St.-Ursenkathedrale, macht beim elften schwarzen Stein halt, zeigt die Öufi-Uhr am Amthausplatz und führt durch Brunnen, Türme und Gassen der Altstadt.

Buchbar über Solothurn Tourismus, Hauptgasse 69 (beim Kronenplatz), oder unter solothurn-city.ch.

❓ Häufige Fragen

Warum hat Solothurn die Zahl 11?

Das weiss niemand genau — und das ist der ehrlichste Antwort. Die wahrscheinlichste Erklärung: Im Mittelalter gründeten die Solothurner 11 Zünfte, die 11 Alträte stellten. Diese politische Grundstruktur pflanzte die Elf in die Stadtidentität. Über Jahrhunderte wurden bewusst immer mehr Elfbezüge gesucht, gefunden und gepflegt — bis die Zahl zur Stadtseele wurde.

Was bedeutet «Öufi»?

«Öufi» ist Solothurner Dialekt für «Elf». Der Begriff lebt in vielen lokalen Produkten und Institutionen weiter — Öufi-Bier, Öufi-Boot, öufi-yoga.

Wo sieht man alle 11 Altäre der Kathedrale auf einmal?

Nur vom elften schwarzen Stein im Hauptgang der St.-Ursenkathedrale. Man stellt sich auf diesen Stein, dreht sich langsam — und alle elf Altäre werden gleichzeitig sichtbar. Ein architektonisches Meisterstück.

Was ist die Öufi-Uhr?

Die Öufi-Uhr hängt an der Westfassade der UBS-Filiale am Amthausplatz 1. Ihr Zifferblatt zeigt nur 11 Stunden, sie schlägt mit 11 Glocken das Solothurner Lied — und ein Harlekin schlägt die Stunden. Selbst viele Einheimische kennen sie nicht.

Ist die Solothurner Zahl 11 offiziell anerkannt?

Ja. Das Bundesamt für Kultur nahm die «Zahl 11 in Solothurn» 2018 in die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz auf — gemeinsam mit anderen nationalen Kulturtraditionen.

Alle 11 Brunnen auf deinem Blog: Die 11 Brunnen von Solothurn · Alle 11 Plätze: Die 11 Plätze von Solothurn · Die Öufi-Uhr: Amthausplatz Solothurn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert